Wie testet man eine gute Argumentation?

Eine Argumentation verbindet verschiedene Aspekte als Ursache und Wirkung. Der einfachste Test ist daher: Was ist die Konsequenz? Man spielt es einmal durch.

Hier ein Beispiel, das ich heute gelesen habe:

Im MiGazin (Migration in Germany) wird die „Gesamtanalyse der bundesweiten Serie von Tötungsdelikten an Kleingewerbetreibenden mit Migrationshintergrund“ zitiert, die das Landeskriminalamt Baden-Württemberg 2007 erstellte. Der zuständige Fallanalytiker Udo Haßmann schreibt darin

Vor dem Hintergrund, dass die Tötung von Menschen in unserem Kulturkreis mit einem hohen Tabu belegt ist, ist abzuleiten, dass der Täter hinsichtlich seines Verhaltenssystems weit außerhalb des hiesigen Normen- und Wertesystems verortet ist“.

Daraus schlussfolgert er, dass die Täter „im Ausland aufwuchsen oder immer noch dort leben“.

Die Grundaussage ist durchaus glaubwürdig: Die Tötung eines Menschen widerspricht unseren Normen und Werten, aber die Verknüpfung ist absurd. Denn wenn unsere Normen und Werte ausschließen, dass ein Mörder aus unserem Kulturkreis stammt, dann dürfte es grundsätzlich keine Mörder aus unserem Kulturkreis geben. Jeder Mord müsste auf einen Mörder zurückgehen, der aus einem Kulturkreis stammt, in dem das Töten von Menschen nicht den Werten widerspricht. Wenn es eine derartige Kultur gäbe, wäre sie schnell ausgerottet, aber so weit muss man gar nicht gehen um die Argumentation zu widerlegen. Es gibt Mörder aus unserem Kulturkreis (und es sind gar nicht so wenige).

Was bleibt ist die Frage: Warum ist das 2007 keinem aufgefallen? Dann hätten vielleicht die letzten Morde der NSU verhindert werden können.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.