Wofür steht die FDP? – der Wahlkampf der FDP

Auch die Kölner FDP stellt sich im Stadtteilmagazin „Stadtgespräch“ vor. Wenig Text, viele Aussagen, ein Foto mit ordentlich angezogenen fröhlichen Kindern und ein Foto eines klassischen Konzerts (was die mit der FDP zu tun haben, werden wir noch sehen) und allen Direktkandidaten.

Bei den Direktkandidaten fällt ein positiver Aspekt der CDU-Seiten auf, den ich dort nicht wahrgenommen habe, weil er so selbstverständlich ist: Die CDU schreibt an die vorgestellten Kandidaten für welche Viertel sie antreten. FDP, Grüne und Piraten gehen davon aus, dass die Leser wissen in welchem Wahlkreis sie wohnen.

Aber hier soll es nicht um die Bilder, sondern um den Text gehen.

Die FDP fängt nicht mit ihren Grundüberzeugungen oder Hauptthemen des Wahlkampfes an, sondern mit einer Person: Yvonne Gebauer wird mit Daten aus ihrem Privat- und Berufsleben vorgestellt. Die erste politische Aussage kommt folglich von Yvonne Gebauer „Ich stehe für eine Bildungspolitik, die nicht nur das Wissen sondern auch die Persönlichkeitsbildung mit umfasst. Eine bessere Ausbildung unserer Kinder greift nur dann, wenn sie diese auch im Leben umsetzen können.“

Hier werden Grundüberzeugungen angesprochen, die wahrscheinlich bei vielen Menschen auf fruchtbaren Boden fallen, wie man sich die Umsetzung vorstellt, wird aber offen gelassen.

Auch der Kölner Kreisvorsitzende Hans H. Stein betont die Grundüberzeugungen und Themen der Partei: Freiheit, Toleranz und Weltoffenheit. Das diese Themen neben Steuersenkungen der FDP wichtig sind, konnte man in den letzten Jahren auch übersehen haben. Wirtschaftlich heißt die Grundrichtung „Eintreten für eine soziale Marktwirtschaft mit Wettbewerb und klaren vom Staat kontrollierten Regeln für alle“

Der zweite Teil des Textes beschäftigt sich mit konkreten Vorhaben für Köln:

  • besserer Schutz von Hauseigentümern vor Vandalismus durch eine Verschärfung des Strafgesetzbuches in Sachen Grafiti, eine Abteilung im Ordnungsamt, die sich um diese Anliegen kümmert und mehr Flächen, auf denen Graffiti ausdrücklich erlaubt ist.
  • eine Bestandsaufnahme von Unterführungen und Gehwegen, in denen es an Beleuchtung fehlt und die Wiedereinführung des Straßenbahnschaffners in Abend- und Nachtstunden
  • Museen in rechtlich selbsttändige Einrichtungen umwandeln

Diese Vorhaben werden argumentativ nicht begründet, aber zumindest konkretisiert (man wird genügsam, wenn man sich mit Politik beschäftigt).

Neben der Konkretisierung geht es auch in diesen Abschnitten um Grundüberzeugungen, bzw. um die Zielgruppe der FDP. Es geht um Hauseigentümer, Menschen, die sich um sich und ihren Besitz sorgen und Menschen die ins Museum und ins klassische Konzert gehen (das wir auf einem Bild sehen, obwohl es im ganzen Text nicht um Orchester geht).

Wer dazu gehört, wird beim Lesen daran erinnert, wofür die FDP mal stand und wofür sie wieder stehen will. Dadurch können sie vermutlich ehemalige Wähler zurückgewinnen, wenn diese bereit sind über die auf die Zukunft gerichteten Absichten, die Vergangenheit zu vergessen.

 

Und mir wird klar, dass mein Anliegen, die Argumente der Parteien zu analyisieren, schwieriger ist, als gedacht. Ich finde so selten Argumente. Dennoch werde ich mit der rhetorischen Analyse fortfahren. Morgen geht es um die Grünen

 

Diese Analyse bezieht sich NUR auf die Seite im “Stadtgespräch” und nicht auf das Parteiprogramm. Es ist meine persönliche Meinung über das, was ich gelesen habe.

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